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Kapitel 13: 

Childfree „kinderfrei“ / „frei von Kindern“

„Eine Kategorie von Menschen, die grundsätzlich keine Kinder bekommen, ist für die Umgebung längst zur Gewohnheit geworden. Sie sind frei von Kindern und Verantwortung, leben für sich selbst und zu ihrem Vergnügen. Die Gesellschaft verurteilt solche Menschen nicht, und das ist normal. Doch von Jahr zu Jahr wird die Zahl dieser überzeugten Gegner von Mutterschaft und Vaterschaft größer (in der Regel in wirtschaftlich entwickelten Ländern). Deutsche Frauen sind da keine Ausnahme: Viele können sich ihren gewohnten Lebensrhythmus nicht versagen – Arbeit, Sport, Reisen, Unterhaltung. Sie wollen all das nicht für Kinder aufgeben.“

Und zum Schluss ein Auszug aus dem Informationsportal germania-online:

„Die Geburtenrate in Deutschland ist zur niedrigsten der Welt geworden. In den letzten fünf Jahren kamen im Durchschnitt nur 8,2 Kinder auf tausend Einwohner zur Welt. Das ist weniger als in Japan, das traditionell den letzten Platz in dieser traurigen Rangliste einnahm.“

Dies sind die Ergebnisse einer Studie des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO. Die Wissenschaftler analysierten dabei nicht die für solche Statistiken üblichen Kennzahlen. Normalerweise wird die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau herangezogen, diesmal jedoch ging man von der Geburtenrate pro tausend Einwohner aus.

Im Zuge der Analyse zeigte sich ein weiterer negativer Aspekt: In Deutschland leben nur wenige Frauen im reproduktiven Alter. In den letzten zwanzig Jahren lag die Sterblichkeit im Land über der Geburtenrate, was bedeutet, dass es von Jahr zu Jahr weniger Frauen gibt, die ein Kind austragen und zur Welt bringen können.
Im Zeitraum von 2009 bis 2013 lag der von den Forschern als „Bruttogeburtenrate“ bezeichnete Wert bei 8,2 Kindern pro tausend Einwohner. In der vorherigen Fünfjahresperiode (2004–2009) lag Deutschland ebenfalls auf dem letzten Platz – damals betrug die „Bruttogeburtenrate“ 8,34 Kinder pro tausend Einwohner. Insgesamt wurden Daten aus 209 Ländern ausgewertet.

Die höchsten Geburtenraten verzeichneten die Republik Niger (49,9), Mali (47,5) und die Republik Tschad (46,9). Zu den Ländern mit den niedrigsten Werten – nach Deutschland – gehören Japan (8,36), Bosnien und Herzegowina (8,72) sowie Portugal (8,92).

Die extrem niedrige Geburtenrate bereitet deutschen Ökonomen große Sorgen. Prognosen zufolge wird sie sich deutlich auf die wirtschaftliche Aktivität Deutschlands auswirken. Denn mit jedem Jahr treten weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter in den Arbeitsmarkt ein. Nach UN-Schätzungen wird ihr Anteil bis 2030 von derzeit 61 Prozent auf 54 Prozent sinken (bezogen auf die Altersgruppe von 20 bis 65 Jahren). Um den Mangel an Arbeitskräften zumindest teilweise auszugleichen, müsste Deutschland jährlich im Durchschnitt rund 533.000 Migranten aufnehmen.

Für das Fortbestehen einer Nation über mehr als 25 Jahre hinweg muss die Fertilitätsrate bei mindestens 2,11 Kindern pro Familie liegen. Werden weniger Kinder geboren, beginnt die Nation zu verschwinden. In der gesamten Geschichte der Menschheit hat sich noch keine Nation bei einer Fertilitätsrate von 1,9 Kindern pro Familie erholt. Eine Erholung bei einer Rate von 1,3 ist unmöglich. In diesem Fall wären zur Wiederherstellung 80 bis 100 Jahre erforderlich – ein Zeitraum, den keine Volkswirtschaft tragen kann.

Ein wirtschaftliches Modell, das das Überleben einer Nation unter solchen Bedingungen über so lange Zeit sichern könnte, existiert nicht.

Wenn es zwei Elternpaare gibt und jedes nur ein Kind hat, gibt es halb so viele Kinder wie Eltern. Haben diese Kinder wiederum jeweils nur ein Kind, dann gibt es viermal weniger Enkel als Großeltern. Sinkt die Population, schrumpft auch die Nation.

Im obigen Beispiel haben wir die Variante betrachtet, bei der in einem deutschen Dorf alle 400 Menschen verheiratet sind, d. h. es gibt 200 Familien im Dorf und alle haben jeweils ein Kind. Wir haben jedoch die günstigste Variante gewählt. In der folgenden Grafik weisen wir darauf hin, dass in Deutschland 51 % der Bevölkerung kinderlos sind. Das deutsche Dorf wird viel früher verschwinden, als wir denken.

Im gesamten Europäischen Union liegt die durchschnittliche Fertilitätsrate bei 1,38 Kindern pro Familie. Wir haben den Punkt ohne Wiederkehr überschritten. Mit den Jahren wird Europa, so wie wir es kennen, aufhören zu existieren. Die Bevölkerung Europas schrumpft jedoch nicht – sie wird durch Migration „gerettet“.

Doch es geht nicht nur um Europa. In Kanada liegt die Fertilitätsrate beispielsweise bei 1,6, in den USA ebenfalls. Dort jedoch steigt sie zusammen mit der Zuwanderung aus Lateinamerika auf etwa 2,11 an – genau auf das notwendige Mindestniveau.

KARTE DER LÄNDER DER WELT NACH GESAMTFERTILITÄTSINDEX IM JAHR 2024

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